Die Suche nach der perfekten Immobilie für Ihr Gastronomievorhaben kann eine echte Herausforderung sein. Ob Sie ein Restaurant, ein Café oder ein Bistro eröffnen möchten, die Wahl des richtigen Standorts und Objekts ist entscheidend für Ihren langfristigen Erfolg. Dieser Artikel führt Sie durch den gesamten Prozess von der ersten Idee über die detaillierte Bewertung bis hin zur finalen Sicherung Ihrer Gastronomieimmobilie. Ich teile hier meine Erfahrungen und gebe Ihnen praktische Tipps an die Hand, damit Sie gut informiert die richtigen Entscheidungen treffen können.
Gastronomieimmobilien finden und sichern So gelingt Ihr Vorhaben
- Standortanalyse: Bewerten Sie Passantenfrequenz, Konkurrenz, Erreichbarkeit und demografische Daten, um die optimale Lage für Ihr Konzept zu finden.
- Objektprüfung: Achten Sie auf Grundriss, technische Ausstattung (Küche, Lüftung, Sanitär), Energieeffizienz und Barrierefreiheit.
- Genehmigungen: Klären Sie frühzeitig den Bedarf an Gaststättenkonzessionen, baurechtlichen Genehmigungen und die Einhaltung von Hygienevorschriften (HACCP).
- Pachtvertrag: Verstehen Sie Klauseln zu Laufzeit, Pachtzins, Instandhaltung und Getränkebindung; lassen Sie Verträge juristisch prüfen.
- Finanzierung: Ein solider Businessplan, Eigenkapital und die Prüfung von Fördermitteln sind essenziell für die Bankfinanzierung.
- Kostenfallen: Seien Sie sich möglicher Ablösezahlungen für Inventar und Kundenstamm sowie weiterer Nebenkosten wie Maklerprovision und Kaution bewusst.
Miete versus Pacht: Was ist der entscheidende Unterschied?
Im Gastronomiebereich sprechen wir fast immer von Pacht und nicht von Miete. Der entscheidende Unterschied liegt darin, dass bei der Pacht nicht nur die Räumlichkeiten, sondern auch das dazugehörige Inventar und die Betriebsvorrichtungen mitüberlassen werden. Das bedeutet, Sie pachten quasi das "laufende Geschäft" oder zumindest die Möglichkeit, dieses zu etablieren. Rechtlich gesehen ist die Pacht umfassender und beinhaltet oft auch die Nutzung von Kundenstamm und goodwill. Bei einer reinen Miete würden Sie die leeren Räume erhalten und müssten alles von der Einrichtung bis zur Küchentechnik selbst beschaffen und einbringen. Für Gastronomen ist die Pacht daher die gängigere und oft auch praktischere Form, da sie den Start erleichtert.
Die Vor- und Nachteile des Kaufs einer Gastronomieimmobilie
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Langfristige Wertanlage und Vermögensaufbau. | Hohe Anfangsinvestition und Kapitalbindung. |
| Volle Gestaltungsfreiheit und Unabhängigkeit vom Vermieter. | Hohes finanzielles Risiko, insbesondere bei Geschäftsschwierigkeiten. |
| Potenzial für Wertsteigerung der Immobilie. | Weniger Flexibilität bei Standortwechsel oder Konzeptänderung. |
| Keine laufenden Pachtzahlungen an Dritte (nur Kredittilgung und Nebenkosten). | Verantwortung für sämtliche Instandhaltungs- und Reparaturkosten. |
Wann sich die Pacht wirklich lohnt: Flexibilität vs. langfristige Kosten
Die Pacht einer Gastronomieimmobilie bietet vor allem eines: Flexibilität. Die Anfangsinvestitionen sind deutlich geringer als beim Kauf, da Sie nicht das gesamte Objekt erwerben müssen. Dies ermöglicht es auch Gründern mit begrenztem Kapital, den Traum von der eigenen Gastronomie zu verwirklichen. Zudem können Sie flexibler auf Marktveränderungen reagieren. Wenn ein Konzept nicht aufgeht, ist ein Wechsel oder eine Aufgabe des Betriebs oft einfacher als bei einem gekauften Objekt. Allerdings birgt die Pacht auch Nachteile. Langfristig können die Pachtzahlungen, insbesondere in Top-Lagen, wo die Preise von 20 bis über 200 €/m² reichen können, eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Zudem sind Sie vom Verpächter abhängig, was Entscheidungen über Umbauten oder Modernisierungen angeht. Es ist wichtig, die Pachtbedingungen genau zu prüfen, um unerwartete Kostensteigerungen oder Einschränkungen zu vermeiden.

Der Standort: Wie Sie die perfekte Lage für Ihr Gastronomiekonzept finden
A-, B- oder C-Lage? Welche Standortqualität Ihr Konzept wirklich braucht
Die Einteilung in A-, B- und C-Lagen ist ein klassisches Werkzeug der Immobilienbewertung, das auch für die Gastronomie von zentraler Bedeutung ist. Eine A-Lage zeichnet sich durch höchste Passantenfrequenz, beste Sichtbarkeit und eine starke Kundenanziehungskraft aus. Hier finden Sie oft Flagship-Stores und etablierte Marken. Für Gastronomiekonzepte bedeutet das: Hohe Umsätze sind möglich, aber auch die Pachtpreise sind astronomisch. Ideal für gehobene Restaurants, trendige Cafés oder Konzepte, die auf Laufkundschaft angewiesen sind. B-Lagen bieten eine gute Frequenz und Sichtbarkeit, sind aber oft etwas preiswerter als A-Lagen. Sie eignen sich hervorragend für eine breite Palette von Gastronomiekonzepten, von gutbürgerlichen Restaurants bis hin zu modernen Bistros. In den letzten Jahren haben sich B-Lagen, aber auch Randbereiche von A-Lagen, zu Hotspots für "Fast Casual"-Konzepte und insbesondere für "Ghost Kitchens" entwickelt, die stark auf Online-Bestellungen und Lieferdienste setzen. C-Lagen sind meist ruhiger, mit geringerer Frequenz und Sichtbarkeit. Hier sind die Mieten am niedrigsten, aber auch die Kundendichte. Diese Lagen eignen sich eher für Nischenkonzepte, die auf Stammkunden, Mundpropaganda oder spezielle Zielgruppen setzen, oder für Betriebe, die primär auf ein Einzugsgebiet oder eine spezielle Anforderung (z.B. Catering-Küche) ausgerichtet sind.
Checkliste für die Standortanalyse: Passantenfrequenz, Konkurrenz und Umfeld bewerten
- Passantenfrequenz: Zählen Sie zu verschiedenen Tageszeiten und Wochentagen die Anzahl der Passanten. Beobachten Sie, ob die Frequenz zu den Stoßzeiten Ihres potenziellen Betriebs passt.
- Konkurrenzumfeld: Analysieren Sie die bestehenden Gastronomiebetriebe in der Nähe. Gibt es ähnliche Konzepte? Gibt es Lücken im Angebot? Wie gut sind die etablierten Betriebe besucht?
- Erreichbarkeit: Ist der Standort gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar? Gibt es ausreichend Parkmöglichkeiten in der Nähe? Wie ist die Anbindung an Hauptverkehrsstraßen?
- Demografische Daten und Zielgruppe: Wer lebt und arbeitet in der Umgebung? Passt die Altersstruktur, das Einkommensniveau und der Lebensstil der Anwohner und Berufstätigen zu Ihrem gastronomischen Konzept?
- Sichtbarkeit und Zugänglichkeit: Ist die Immobilie gut sichtbar? Gibt es Hindernisse wie Baustellen oder schlechte Beleuchtung? Ist der Eingang leicht zugänglich?
- Umfeld und Image: Welchen Charakter hat das Viertel? Ist es ein Wohngebiet, ein Büroviertel, ein Einkaufszentrum oder ein touristischer Hotspot? Passt das Image des Standorts zu Ihrem Konzept?
- Entwicklungspotenzial: Gibt es geplante Bauprojekte oder Infrastrukturmaßnahmen, die die Attraktivität des Standorts in Zukunft steigern könnten?
Versteckte Potenziale erkennen: Warum Nebenstraßen die neuen Hotspots sein können
Es mag kontraintuitiv klingen, aber oft liegen die wahren Schätze abseits der ausgetretenen Pfade. Gerade in den immer teurer werdenden A- und B-Lagen können Nebenstraßen oder weniger offensichtliche Standorte für clevere Gastronomen Goldgruben sein. Wenn Sie ein einzigartiges Konzept anbieten, das auf Qualität, besonderen Service oder eine spezifische Nische setzt, sind Sie nicht zwingend auf die Masse der Laufkundschaft angewiesen. Betriebe, die auf Mundpropaganda, Social Media oder eine starke lokale Verankerung setzen, können auch in ruhigeren Ecken erfolgreich sein. Oft sind hier die Pachtpreise deutlich moderater, was Ihnen mehr Spielraum für Investitionen in die Qualität Ihres Angebots oder in Marketing gibt. Zudem kann eine gewisse Abgeschiedenheit auch ein Alleinstellungsmerkmal sein und ein besonderes Ambiente schaffen, das Gäste gezielt aufsuchen.
Die Immobilie im Detail: Worauf Sie bei der Besichtigung achten müssen
Der Grundriss-Check: Effiziente Arbeitsabläufe als Schlüssel zum Erfolg
Der Grundriss einer Gastronomieimmobilie ist weit mehr als nur die Aufteilung der Räume; er ist das Rückgrat für effiziente Arbeitsabläufe und damit für Ihren wirtschaftlichen Erfolg. In Zeiten des Fachkräftemangels und steigender Personalkosten ist ein durchdachtes Layout entscheidend. Ich achte immer darauf, wie gut die Wege zwischen den einzelnen Bereichen Küche, Lager, Spülbereich, Servicebereich und Gastraum optimiert sind. Kurze, logische Wege minimieren Laufzeiten für das Personal und reduzieren Fehlerquellen. Eine gut geplante Küche mit ausreichend Platz für Zubereitung, Kochstationen und Anrichten ist unerlässlich. Ebenso wichtig ist ein gut zugängliches und ausreichend dimensioniertes Lager sowie ein separater Spülbereich, der den Arbeitsfluss nicht stört. Auch die Trennung von Gästebereich und Arbeitsbereichen ist wichtig, um sowohl für Gäste als auch für Mitarbeiter eine angenehme Atmosphäre zu schaffen.
Küche, Lüftung, Sanitäranlagen: Die technischen K. O. -Kriterien
Bei der Besichtigung einer Gastronomieimmobilie sind die technischen Aspekte oft die entscheidenden K.O.-Kriterien. Hier sind die wichtigsten Punkte, auf die Sie achten sollten:
- Küche: Ist die Küche groß genug für Ihr geplantes Konzept? Gibt es ausreichend Anschlüsse für Gas, Strom und Wasser? Ist der Bodenbelag geeignet (rutschfest, leicht zu reinigen)? Sind die Abluft- und Zuluftsysteme ausreichend dimensioniert und in gutem Zustand? Gibt es Platz für die notwendige Ausstattung wie Herde, Fritteusen, Kühlzellen etc.?
- Lüftungsanlagen: Dies ist ein kritischer Punkt. Eine leistungsstarke und gut gewartete Lüftungsanlage ist unerlässlich, um Gerüche und Fettbildung in Schach zu halten und für ein angenehmes Klima im Gastraum zu sorgen. Prüfen Sie die Kapazität und den Zustand der Anlage.
- Sanitäranlagen: Gibt es separate Toiletten für Gäste und Personal? Sind die Toiletten ausreichend und entsprechen sie den aktuellen Hygienevorschriften? Gibt es eine adäquate Belüftung? Sind die Waschbecken für Personal und Gäste getrennt und gut erreichbar?
- Abwasser und Fettabscheider: Ist eine fachgerechte Abwasserentsorgung gewährleistet? Gibt es einen funktionierenden Fettabscheider, der regelmäßig gewartet wird?
- Stromversorgung: Ist die elektrische Anlage ausreichend dimensioniert, um den hohen Strombedarf von Küchengeräten zu decken? Gibt es genügend Steckdosen?
Diese Punkte sind nicht nur für den reibungslosen Betrieb wichtig, sondern auch für die Einhaltung von Hygienevorschriften und die Genehmigungsfähigkeit.
Energieeffizienz und Nebenkosten: Die wahren Kostentreiber erkennen
In der heutigen Zeit ist Energieeffizienz kein Luxus mehr, sondern eine Notwendigkeit, um die Betriebskosten im Griff zu behalten. Gerade in der Gastronomie, wo Kühlung, Heizung und Kochgeräte viel Energie verbrauchen, können die Nebenkosten schnell einen erheblichen Teil der Gesamtkosten ausmachen oft 15-20% der Kaltmiete. Achten Sie bei der Besichtigung auf Aspekte wie eine gute Dämmung des Gebäudes, moderne und effiziente Heizsysteme (z.B. Wärmepumpe statt alter Ölheizung), gut isolierte Fenster und Türen. Auch die Effizienz der verbauten Küchengeräte spielt eine Rolle. Eine Immobilie, die hier bereits gut aufgestellt ist, spart Ihnen langfristig bares Geld und trägt zur Rentabilität Ihres Betriebs bei. Unterschätzen Sie niemals die Macht der Nebenkosten!
Barrierefreiheit und Auflagen: Zukünftige Anforderungen heute schon mitdenken
Barrierefreiheit ist nicht nur eine Frage der sozialen Verantwortung, sondern auch eine rechtliche Anforderung und ein wichtiger Faktor für die Erschließung einer breiteren Gästeschicht. Prüfen Sie, ob die Immobilie bereits barrierefrei zugänglich ist, d.h. ob es eine Rampe oder einen Aufzug gibt, ob die Türen breit genug sind und ob barrierefreie Toiletten vorhanden sind. Denken Sie auch an zukünftige gesetzliche Anforderungen. Darüber hinaus können je nach Standort und Konzept weitere spezielle Auflagen relevant sein. Dies kann beispielsweise Lärmschutzbestimmungen betreffen, wenn Sie in einem dicht besiedelten Gebiet oder in der Nähe von Wohnungen liegen. Oder es können spezielle Anforderungen an die Lüftung in Bezug auf die Geruchsbelästigung für die Nachbarschaft bestehen. Es ist ratsam, sich frühzeitig über solche potenziellen Auflagen zu informieren, um spätere Überraschungen und kostspielige Umbauten zu vermeiden.

Der Dschungel der Bürokratie: Diese Genehmigungen sind unverzichtbar
Die Gaststättenkonzession: Ihr Ticket für den Alkoholausschank
Wenn Sie in Ihrem Betrieb alkoholische Getränke ausschenken möchten, kommen Sie um die Gaststättenkonzession, auch Gaststättenerlaubnis genannt, nicht herum. Diese Erlaubnis wird von der zuständigen Behörde erteilt und ist an strenge Voraussetzungen geknüpft. Zunächst muss die persönliche Zuverlässigkeit des Antragstellers nachgewiesen werden. Dazu gehören ein einwandfreies Führungszeugnis und ein Auszug aus dem Gewerbezentralregister. Darüber hinaus gibt es sachliche Voraussetzungen, die das Objekt selbst erfüllen muss. Dazu zählen oft getrennte Toiletten für Damen und Herren, ausreichender Lärmschutz, um die Nachbarn nicht zu belästigen, und eine angemessene Ausstattung der Räumlichkeiten. Die genauen Anforderungen können je nach Bundesland und Kommune variieren, daher ist es unerlässlich, sich frühzeitig bei der zuständigen Behörde zu informieren. Ohne diese Konzession dürfen Sie keinen Tropfen Alkohol ausschenken ein entscheidender Punkt für viele Gastronomiekonzepte.
Baurecht und Nutzungsänderung: So vermeiden Sie teure Überraschungen
Das Baurecht ist ein komplexes Feld, das bei der Anmietung oder dem Kauf einer Gastronomieimmobilie schnell zu teuren Überraschungen führen kann. Der entscheidende Punkt ist die Nutzungsänderung. Ist die Immobilie baurechtlich überhaupt als Gastronomiebetrieb genehmigt? Oftmals waren die Räumlichkeiten zuvor als Büro, Ladenlokal oder Wohnung genutzt. In solchen Fällen müssen Sie eine Nutzungsänderung beantragen. Dieser Prozess kann langwierig und kostspielig sein, da oft umfangreiche bauliche Anpassungen erforderlich sind, um den aktuellen Bauvorschriften für Gaststätten zu entsprechen. Es ist absolut essenziell, dies frühzeitig zu klären. Sprechen Sie mit dem Vermieter, dem Verkäufer und vor allem mit dem zuständigen Bauamt. Eine Immobilie, die ohne die notwendige Nutzungsänderung übernommen wird, kann schnell zu einem Albtraum werden, der den gesamten Geschäftsbetrieb gefährdet.
Hygienevorschriften (HACCP): Was das Gesundheitsamt von Ihrer Immobilie erwartet
Das Gesundheitsamt achtet penibel auf die Einhaltung der lebensmittelrechtlichen Hygienevorschriften, die oft unter dem Stichwort HACCP-Konzept (Hazard Analysis and Critical Control Points) zusammengefasst werden. Ihre Immobilie muss diesen Standards entsprechen, um die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten. Das betrifft vor allem die Küche: leicht zu reinigende Oberflächen, ausreichende Belüftung, getrennte Bereiche für rohe und gekochte Lebensmittel. Auch die Lagerräume müssen den Hygieneanforderungen genügen, etwa hinsichtlich Temperaturkontrolle und Schädlingsbekämpfung. Nicht zuletzt sind die Sanitäranlagen für Personal und Gäste ein wichtiger Prüfpunkt. Hier geht es um Sauberkeit, Funktion und die Einhaltung von Hygienestandards. Das Gesundheitsamt wird Ihre Räumlichkeiten regelmäßig inspizieren, daher ist es unerlässlich, dass von Anfang an alles den Vorschriften entspricht.
Den Pachtvertrag verstehen: Die wichtigsten Klauseln und ihre Bedeutung
Laufzeit, Optionen und Kündigungsfristen: So sichern Sie Ihre Zukunft ab
Der Pachtvertrag ist das Fundament Ihrer unternehmerischen Tätigkeit in der gemieteten Immobilie. Daher ist es entscheidend, die wichtigsten Klauseln genau zu verstehen. Die Laufzeit ist dabei zentral. Gastronomie-Pachtverträge haben oft eine feste Laufzeit von 5 bis 10 Jahren, manchmal auch länger. Achten Sie unbedingt auf Verlängerungsoptionen, die Ihnen das Recht geben, den Vertrag zu verlängern, falls Ihr Geschäft gut läuft. Dies gibt Ihnen Planungssicherheit. Ebenso wichtig sind die Kündigungsfristen sowohl für Sie als Pächter als auch für den Verpächter. Klare Regelungen verhindern böse Überraschungen. Ich empfehle immer, sich hier juristischen Rat zu holen, um sicherzustellen, dass Ihre Zukunft abgesichert ist und Sie nicht unerwartet vor der Tür stehen.
Pachthöhe und Indexklauseln: Wie Sie unerwartete Mieterhöhungen vermeiden
Die Pachthöhe ist natürlich einer der wichtigsten Posten. Sie wird im Vertrag festgelegt und sollte realistisch sein. Noch wichtiger ist jedoch, wie sich die Pachthöhe über die Zeit entwickeln kann. Hier kommen oft Indexklauseln ins Spiel, auch Wertsicherungsklauseln genannt. Diese koppeln die Pacht an einen bestimmten Index, meist den Verbraucherpreisindex. Das bedeutet, die Pacht kann automatisch steigen, wenn die Inflation zunimmt. Das ist für den Verpächter eine Absicherung, kann aber für Sie als Pächter zu unerwarteten Kostensteigerungen führen. Prüfen Sie genau, welcher Index herangezogen wird und wie die Anpassung erfolgt. Manchmal kann es sinnvoll sein, eine Obergrenze für die jährliche Steigerung zu verhandeln oder alternative Regelungen zu finden, um Ihre Kalkulationen nicht zu gefährden.
Instandhaltungspflichten: Wer zahlt für Reparaturen an Dach und Fach?
Wer ist für welche Reparaturen zuständig? Diese Frage ist in Pachtverträgen oft ein Quell von Konflikten. Grundsätzlich gilt: Der Verpächter ist für die grundlegende Instandhaltung des Gebäudes verantwortlich dazu gehören typischerweise Reparaturen am Dach, an der Fassade, an tragenden Wänden oder der Heizungszentrale. Der Pächter hingegen ist meist für die laufende Instandhaltung und die sogenannten Schönheitsreparaturen zuständig. Das umfasst kleinere Reparaturen im Innenbereich, Malerarbeiten oder den Austausch von Bodenbelägen. Aber Vorsicht: Manchmal werden auch größere Reparaturen, die über den normalen Verschleiß hinausgehen, auf den Pächter abgewälzt. Klären Sie diese Punkte im Vertrag ganz genau, um Missverständnisse und unerwartete Kosten zu vermeiden.
"Brauereifrei" oder gebunden? Die strategische Entscheidung über Ihre Getränkekarte
Die Frage, ob Sie als Gastronom "brauereifrei" sein dürfen oder an eine bestimmte Brauerei gebunden sind, hat weitreichende Konsequenzen. Wenn Sie brauereifrei sind, haben Sie die Freiheit, Ihr gesamtes Getränkeangebot Bier, Wein, Softdrinks frei zu wählen und von verschiedenen Lieferanten zu beziehen. Das ermöglicht Ihnen, ein individuelles und potenziell profitableres Sortiment zusammenzustellen. Der Nachteil ist oft, dass die Pachtpreise in diesem Fall höher ausfallen können, da der Verpächter die Marge aus dem Getränkeverkauf verliert. Bei einer Gebundenheit an eine Brauerei erhalten Sie oft günstigere Pachtkonditionen oder sogar Investitionszuschüsse für die Einrichtung. Im Gegenzug sind Sie verpflichtet, die Getränke dieser Brauerei abzunehmen. Das schränkt Ihre Flexibilität ein, kann aber bei der Kalkulation helfen, wenn die Einkaufspreise entsprechend attraktiv sind. Wägen Sie ab, was für Ihr Konzept und Ihre Kalkulation wichtiger ist: maximale Freiheit oder optimierte Kostenstruktur.
Kostenfallen bei der Übernahme: Ablöse, Abstand und versteckte Gebühren
Wie man den Wert von Inventar und Kundenstamm realistisch bewertet
Wenn Sie einen bestehenden Gastronomiebetrieb übernehmen, werden Sie oft mit einer Ablösezahlung oder Abstandszahlung konfrontiert. Diese soll den Wert des übernommenen Inventars (Küchengeräte, Möbel, Geschirr) und des Kundenstamms abgelten. Die Bewertung ist hier entscheidend, um nicht zu viel zu bezahlen. Der Wert des Inventars hängt vom Alter, Zustand und der Qualität der Geräte ab. Ein Gutachten kann hier Klarheit schaffen. Der Kundenstamm ist schwieriger zu beziffern. Hier spielen Faktoren wie die Reputation des Betriebs, die Stammkundendichte und das Potenzial für zukünftige Umsätze eine Rolle. Die Spanne für solche Ablösezahlungen kann enorm sein: von wenigen tausend Euro für einen kleinen Imbiss bis hin zu sechsstelligen Beträgen für gut laufende Restaurants. Eine gründliche Prüfung und eine realistische Einschätzung sind hier unerlässlich.
Die Ablöseverhandlung: Tipps für eine faire Einigung
- Gründliche Prüfung: Machen Sie sich ein genaues Bild vom Zustand und Wert des Inventars. Lassen Sie sich Rechnungen und Wartungsprotokolle zeigen.
- Marktvergleich: Recherchieren Sie, was vergleichbare Geräte oder ein ähnlicher Kundenstamm auf dem Markt wert sind.
- Transparente Kommunikation: Sprechen Sie offen mit dem Verkäufer über Ihre Einschätzung und Ihre Bedenken.
- Professionelle Hilfe: Ziehen Sie bei Bedarf einen erfahrenen Gastronomieberater oder Gutachter hinzu, der Sie bei der Bewertung und Verhandlung unterstützt.
- Gegenangebot: Seien Sie bereit, ein Gegenangebot zu machen, das auf Ihrer realistischen Bewertung basiert.
- Dokumentation: Halten Sie alle Vereinbarungen schriftlich fest, um spätere Missverständnisse zu vermeiden.
Vorsicht vor Maklerprovision und Kaution: Alle Nebenkosten im Blick
Neben der eigentlichen Ablösezahlung lauern oft weitere Kostenfallen, die Sie im Blick behalten sollten. Dazu gehört die Maklerprovision, die sowohl vom Käufer als auch vom Verkäufer gezahlt werden kann, je nach Vereinbarung. Auch die Kaution, die oft mehrere Nettokaltmieten beträgt, bindet Kapital. Hinzu kommen können Notarkosten für die Beurkundung des Kauf- oder Pachtvertrags, Gebühren für die Eintragung ins Handelsregister oder Kosten für Gutachten. Es ist wichtig, eine vollständige Übersicht über alle anfallenden Nebenkosten zu erstellen, bevor Sie eine Zusage treffen. Nur so können Sie sicherstellen, dass die Gesamtinvestition im Rahmen Ihrer finanziellen Möglichkeiten liegt.
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Der Businessplan: Mehr als nur eine Formsache
Ein gut ausgearbeiteter Businessplan ist das A und O, wenn es darum geht, eine Gastronomieimmobilie zu finanzieren. Er ist weit mehr als nur eine lästige Formalität; er ist Ihre Visitenkarte für Banken und Investoren. Hier legen Sie dar, wer Sie sind, was Sie vorhaben und wie Sie damit Geld verdienen wollen. Ein solider Businessplan umfasst mehrere Schlüsselkomponenten: Ihr Konzept (was bieten Sie an?), eine detaillierte Markt- und Wettbewerbsanalyse (wer sind Ihre Kunden, wer Ihre Konkurrenten?), eine durchdachte Marketingstrategie (wie gewinnen Sie Kunden?) und vor allem eine realistische Finanzplanung mit einer aussagekräftigen Rentabilitätsvorschau. Die Banken und Investoren wollen sehen, dass Sie Ihr Geschäft verstehen und dass es tragfähig ist. Die wichtigsten Unterlagen, die Sie für die Bank benötigen, sind neben dem Businessplan auch Ihr persönlicher Lebenslauf, Nachweise über Ihr Eigenkapital und ein Entwurf des Pachtvertrags.
Eigenkapital und Sicherheiten: Was die Bank von Ihnen erwartet
Banken sind bei der Kreditvergabe naturgemäß vorsichtig. Daher erwarten sie von Ihnen nicht nur einen überzeugenden Businessplan, sondern auch einen signifikanten Anteil an Eigenkapital. Je mehr eigenes Geld Sie einbringen, desto geringer ist das Risiko für die Bank und desto höher sind Ihre Chancen auf eine Finanzierung. Typischerweise wird ein Eigenkapitalanteil von mindestens 10-20% der Gesamtinvestitionssumme erwartet, oft aber auch mehr. Zusätzlich zu Ihrem Eigenkapital werden in der Regel Sicherheiten verlangt. Das können beispielsweise weitere Immobilien, Wertpapiere oder Bürgschaften sein. Die Bank möchte sicherstellen, dass sie im Falle von Zahlungsschwierigkeiten zumindest einen Teil ihrer Forderungen realisieren kann. Zeigen Sie, dass Sie bereit sind, eigenes Risiko zu tragen, und dass Sie über Sicherheiten verfügen.
Fördermittel und Zuschüsse für Gastronomen in Deutschland
Gerade für Existenzgründer und kleine bis mittelständische Unternehmen gibt es in Deutschland eine Reihe von staatlichen und regionalen Förderprogrammen, die Ihnen bei der Finanzierung Ihres Gastronomievorhabens helfen können. Diese reichen von zinsgünstigen Darlehen bis hin zu nicht rückzahlbaren Zuschüssen. Wichtige Anlaufstellen sind hier die KfW-Bankengruppe, die eine Vielzahl von Gründerkrediten anbietet, sowie die jeweiligen Landesförderbanken, die oft spezifische Programme für die regionale Wirtschaftsförderung auflegen. Auch die Agentur für Arbeit kann unter Umständen Zuschüsse für Gründer aus der Arbeitslosigkeit gewähren. Informieren Sie sich gründlich über die verschiedenen Möglichkeiten. Oftmals lassen sich diese Fördermittel gut mit einer Bankfinanzierung kombinieren und können Ihre finanzielle Last spürbar reduzieren.